Evangelisches Krankenhaus

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Schlaflabor

Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt werden in der Regel durch eine Kombination von Risikofaktoren ausgelöst. Die schwere Schlafapnoe stellt dabei einen bedeutenden Risikofaktor dar, sofern sie besteht. Wir haben gelernt, daß es sich lohnt nach Atempausen zu fahnden, wenn der Blutdruck schlecht einstellbar ist. Die Behandlung der Obstruktiven Schlafapnoe bringt nicht nur mehr Lebensqualität für die Betroffenen sondern senkt auch die Kosten für die Behandlung des hohen Blutdruckes, da häufig Tabletten eingespart werden können.

Weiterhin haben Autounfälle, die durch Müdigkeit am Steuer (nach Schätzungen haben 25% der tödlichen Unfälle Schlafstörungen als Ursache) ausgelöst wurden, die öffentliche Diskussion auf das Thema Sekundenschlaf gelenkt. Mit Recht, denn Krankheiten, die durch Schlafstörungen verursacht werden, haben eine enorme Auswirkung auf unsere Volkswirtschaft, egal, ob es der Kraftwagenfahrer ist, der im Sekundenschlaf auf einen Stau auffährt oder der Arbeitnehmer, der sich nicht mehr auf seinen Job konzentrieren kann und hierdurch arbeitslos wird.

Schon jetzt werden Kraftfahrer, bei denen ab dem 50. Lebensjahr eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit in regelmäßigen Abständen durchzuführen ist, zum Thema routinemäßig Schlafstörungen befragt. Das Schlaflabor des EKS hat für spezielle Fragestellungen ein Computerprogramm, das mehrdimensionale Analysen zum Thema Daueraufmerksamkeit und Reaktionszeiten ermöglicht.

Das Schlaflabor des EKS verfügt über über geräumige Einzelzimmer mit Dusche, WC, Telefon, Fernseher, die alle bei Bedarf vollständig verdunkelt werden können. Eine Videofernüberwachung mit bis zu 4 Kameras pro Patientenzimmer, Tonübertragung in Tonstudiotechnik, ferngesteuerte Therapieeinstellung aus dem Überwachungsraum bilden die Grundlage für die Diagnose, während der Patient schläft. Weiterhin ist das EKS Schlaflabor mit einer Schlaf-Meßanlage (sog. Polysomnographiesystem) mit 57 Kanälen/Zimmer für alle vorstellbaren Messungen sowie die Infrarot-Beleuchtung der Zimmer, um die Patienten trotz Dunkelheit im Schlaf beobachten zu können.

Das EKS-Schlaflabor hat eine Akkreditierung von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).

Wer sollte sich im Schlaflabor untersuchen lassen?

  • Derjenige, der feststellt, daß er einen nicht erholsamen Schlaf hat und chronisch unausgeschlafen ist.
  • Derjenige, dessen Partner neben dem Schnarchen auch Atempausen wahrnimmt. Dies ist ein wichtiges Alarmsignal. Atempausen können Bluthochdruck hervorrufen. Apnoepatienen haben eine erhöhte Sterblichkeit, die sich durch sachgerechte Behandlung normalisieren lässt.

Weitere Symptome, die einen Besuch im Schlaflabor sinnvoll erscheinen lassen:
Schwere Schlafstörungen (Beeinträchtigung am Tage, wie permanentes Einschlafen)

Aber auch denen, die nicht schlafen können, kann im Schlaflabor geholfen werden. Wer zum Beispiel schon länger als vier Wochen Schlaftabletten nimmt, sollte sich unbedingt an seinen Hausarzt wenden. Längerer Einnahme kann abhängig machen und kann zu Gedächtnisstörungen führen.

Das Schlaflabor des Evangelischen Krankenhauses  diagnostiziert und therapiert alle bekannten Schlafstörungen des Menschen ab dem 16. Lebensjahr. Als diagnostische Techniken kommen zum Einsatz:

  • Polygraphie (einfache Messung der Atmung)
  • Polysomnographie (Messung des Schlafes über Nacht [Hirnströme, Augenbewegungen, Muskelspannung], EKG, Beinbewegungen, Pulsfrequenz, Sauerstoffsättigung, 2x Mikrophon, Therapiedruck, IR-Video)
  • MSLT (Multiple Sleep Latency Test) (dunkles Zimmer, Auftrag einschafen)
  • MWT (Maintenance of Wakefulness Test) (nichts zu tun, wach bleiben)
  • Aufmerksamkeitsprüfung mittels Computertest
  • Lungenfunktionsdiagnostik (Spirometrie, Bodyplethiysmographie, P01/PIMAX)
  • Blutgasanalyse unblutiges O2/CO2-Monitoring

Ferner bei Bedarf das komplette diagnostische Spektrum der Inneren Medizin (Echokardiographie, Spiroergometrie, EKG, Röntgen, Endoskopie, Sonographie, Doppler)

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